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Aus der Schulgeschichte von Fidaz und Flims


In der Chronik des Flimser Pfarrers Christian Parli (1792-1820) lesen wir: "Leider wissen wir nicht, wann zuerst regelmässig in Flims Schule gehalten worden ist. Man wird aber nicht fehlgehen mit der Annahme, dass die Reformation, die hier in den Jahren 1526-1528 zum Durchbruch gekommen ist, den ersten Anstoss zur Eröffnung einer Schule gab. Sicher ist, dass der lernbegierigen Jugend im 18. Jahrhundert ein Schulhaus zur Verfügung stand. Es war verbunden mit dem Pfarrhaus unmittelbar anstossend an den Friedhof unter der Kirche."

Schule Flims vor und nach der Erweiterung 1947/48
Schule Flims vor (links) und nach der Erweiterung 1947/48
1810
Am 20. April 1810  verkaufen die Bürger von Fidaz und Scheia den Trinsern "Weidgang-Rechte" links des Bargiser-Baches in der Absicht, mit dem Erlös einen Fonds für eine eigene Schule zu eröffnen.

1831
Der erste Flimser Schulrat wird am 20. Oktober 1831 gewählt. In einem Dokument heisst es sinngemäss vom Romanischen ins Deutsche übersetzt: "Sofort soll ein Schulrat aufgestellt werden, aus einer Anzahl von 11 Mitgliedern, nämlich 8 "Subjekte" aus der Gemeinde Flims, 2 vom Hof Fidaz und der Herr Pfarrer des Ortes, welcher als Präsident zu amten hat. ... Diesem Schulrat obliegt die ganze Leitung der Schulen, wie sie einzurichten sind, wie auch die Methode...!"

1832
1832 brennt das alte Pfarr- und Schulhaus von Flims ab. Daraufhin wird es an derselben Stelle bei der reformierten Kirche wieder aufgebaut. Es wies neben der Pfarrwohnung vier Schulstuben auf, von denen zwei allerdings kaum grösser waren als eine geräumige Bauernstube.

1837
Dokumente aus der Kirchturmkugel von Flims, verfasst vom bekannten Dorfpfarrer Johann Martin Darms, bestätigen unter anderem, dass die Anwohner von Fidaz und Scheia seit 1837 ihre eigene Schule hatten. Unterrichtssprache war, so schreibt Darms, mit wenigen Ausnahmen Romanisch.

1866
In Sachen Schulbesuch durften die Fidazer immer ein spezielles Vorrecht geniessen: sie durften ihre Kinder, wenn dies ihnen behagte oder es "sich lohnte", nach Flims zur Schule schicken. In den letzten Jahren der Fidazer Schule machten die Fidazer immer mehr von diesem Recht Gebrauch. Darum wird im Oktober 1866 beschlossen, in Fidaz keine Schule mehr zu führen.

1874
Nach langem Zögern baut Flims im Jahre 1874 ein neues Schulhaus im Dorf und weiht es am 5. November 1876 ein. Die damaligen Medien schrieben, dass das Schulhaus Flims seinesgleichen im Kanton suche. Es entsprach allen Anforderungen, die man damals an solche Bauten stellen konnte.

1948/49
In den Jahren 1948/49 wird das Schulhaus von Flims infolge steigender Schülerzahlen und akuter Raumnot erweitert und den neuen Anforderungen der Schule angepasst (Schulküche, Hobelbankunterricht etc.). Die Pfarrwohnung wird ins Schlössli verlegt. Zwar konnten nicht alle Wünsche erfüllt werden. So musste zunächst der Bau einer Turnhalle zurückgestellt werden.

1964
Im Herbst 1964 wird das neue Sekundarschulhaus eingeweiht. Die schon im Jahre 1948 im Raumprogramm aufgeführte Turnhalle wird realisiert.

1994
Wegen akuter Raumnot werden im Herbst 1994 auf dem Schulplatz des Primar- und Sekundarschulhauses zwei Pavillons aufgestellt.

1998
Mit der Annahme des Projektierungskredites in der Urnenabstimmung vom 27. September 1998 hat das Stimmvolk den Weg frei gegeben für die Ausarbeitung eines Projektes für den Bau einer neuen Schulanlage in Surmir.

2000
Nachdem in den letzten Jahren verschiedene Projekte für eine neue Schulanlage vom Souverän abgelehnt wurden, wird am 21. Mai der Baukredit für eine neue Schulanlage in Surmir (Unterwaldhaus) angenommen.

2002
Am 2. November 2002 wird die Gesamtschule Flims am Fusse der ehemaligen Skiwiese nach knapp zwei Jahren Bauzeit feierlich eingeweiht.

2008
Ab August 2008 besuchen die Oberstufenschüler von Trin die Oberstufe in Flims. Mit dem Zusammenschluss der Oberstufen wird in Flims das Niveau-Modell C eingeführt.

2015
Im September 2015 wird der Scoletta-Neubau neben dem Schulhaus feierlich eingeweiht. Der Neubau drängte sich auf, da die bisherigen Scoletta-Standorte einerseits den Vorgaben des neuen Schulgesetzes nicht mehr entsprachen und sich andrerseits in einem schlechtem baulichem Zustand befanden. In den Räumen des Scoletta-Neubaus sind auch die Tagesstrukturangebote untergebracht.